Willi Wiggle steht für veganes Zubehör. Wir setzen bei Leinen, Halsbändern und Accessoires auf Materialien ohne Tier, allen voran Kork statt Leder. Diese Entscheidung haben wir bewusst getroffen: Für die Nachhaltigkeit, die Umwelt und für das Tierwohl.
Beim Thema Futter und Snacks findest du aber trotzdem fleischhaltige Leckerchen in unserem Sortiment. Nicht, weil wir Veganismus „relativieren“ wollen oder inkonsequent sind. Sondern weil Hunde in Alltag, bei der Verdauung und bei den rassetypischen Bedürfnissen unterschiedlich sind. Und wir möchten in unserem Shop nicht nur eine Haltung abbilden, sondern auch passende Produkte für alle Vierbeiner anbieten.
Kannst du einen Hund vegan ernähren?
Hunde haben keine „Zutatspflicht“ (also keine Pflicht auf Getreide oder Fleisch als Zutat), sondern einen Bedarf an Energie und essenziellen Nährstoffen. Das hat auch damals Vanessa Rössler in ihrem Interview mit uns so schön erklärt. Eine pflanzenbasierte, vegane Fütterung kann grundsätzlich funktionieren, wenn sie richtig zusammengestellt wird. Das ist auch der Kern vieler veterinärmedizinischer Meinungen zu diesem Thema: Entscheidend ist nicht das Label, sondern die Nährstoffdeckung. Denn bestimmte Nährstoffe sind in pflanzlichen Rohstoffen entweder gar nicht oder nur in geringen Mengen enthalten. Deswegen müssen sie gezielt ergänzt werden. Und genau hier die richtige Menge und Zusammenstellung für den eigenen Hund zu finden, das ist mitunter sehr schwierig.
Welche Nährstoffe sind bei veganer Fütterung besonders kritisch?
Besonders kritisch sind:
- Vitamin B12
- Vitamin D3 (pflanzlich)
- Taurin und L-Carnitin
- Einzelne Aminosäuren wie Methionin oder Tryptophan
Eine vegane Ernährung bei Hunden funktioniert nur dann, wenn u. a. die schwefelhaltigen Aminosäuren (Methionin/Cystein) ausreichend abgedeckt sind. Praktisch heißt das: Vegan ist nicht automatisch problematisch. Problematisch wird es, wenn die pflanzenbasierte Ernährung beim Hund „nach Gefühl“ gefüttert wird, ohne dass die Nährstoffseite stimmt.
Woran du seriöse vegane Fütterung erkennst
Wenn du deinen Hund trotzdem vegan ernähren möchtest, solltest du bei der Auswahl des Futters auf folgende Punkte achten:
- Alleinfutter oder Ergänzungsfutter?
Ein Ergänzungsfutter ist nicht dafür gedacht, den Hund dauerhaft vollständig zu versorgen. Daher ist es für eine rein pflanzliche Ernährung vollkommen ungeeignet. - Transparente Deklaration und klare Zusätze
Achte darauf, dass alle Nährstoffe und Ergänzungen (z. B. B12, Taurin, Carnitin, D3, Aminosäuren) ausdrücklich genannt und aufgelistet werden.
Und: Beginne die Ernährungsumstellung nie ohne den Rat deines Tierarztes.
Was sagt die Wissenschaft zur veganen Ernährung bei Hunden?
In den letzten Jahren sind übrigens mehrere größere Studien erschienen, die sich mit veganer bzw. pflanzenbasierter Hundeernährung beschäftigt haben. Darunter auch eine viel zitierte Beobachtungsstudie mit über 2.500 Hunden: PLOS ONE (Knight et al., 2022): “Risk factors associated with increased owner-perceived and veterinary diagnosed health disorders in dogs”. Sie zeigte, dass vegan ernährte Hunde im Vergleich zu konventionell gefütterten Tieren seltener unter Haut- und Verdauungsprobleme litten (13% der 2.536 Tiere hatten weniger Gesundheitsprobleme). Wichtig: Es handelt sich hier aber nur um Beobachtungsdaten, weshalb keine kausalen Aussagen möglich sind.
Eine PLOS-ONE-Studie aus 2024 wiederum untersuchte gesunde, ausgewachsene Hunde, die über zwölf Monate lang mit einem kommerziellen, vollständig deklarierten veganen Alleinfuttermittel gefüttert wurden. Während der gesamten Laufzeit blieben die klinischen Parameter, Blutwerte, Aminosäuren und Vitamine im Normbereich, sofern das Futter bedarfsdeckend formuliert war. Auch hier gilt: Die vegane Ernährung war nicht „automatisch besser“, sondern funktionierte nur unter kontrollierten Bedingungen.
Alle systematischen Reviews kommen insgesamt zu dem Schluss, dass es keine klaren negativen Effekte einer korrekt formulierten veganen Hundeernährung gibt. Für genauere Aussagen die Datenlage aber noch zu ungenau ist und Langzeitstudien fehlen.
Welche Hunde sollten möglichst nicht vegan ernährt werden?
- Welpen: Fehlen in der Wachstumsphase Aminosäuren, Calcium/Phosphor oder Vitamin D kann das negative Folgen für die gesunde Entwicklung haben.
- Trächtige oder säugende Hündinnen: Hier gilt dasselbe wie bei Welpen. Die Hündinnen brauchen viel Energie und Nährstoffe, mehr als normal.
- Sporthunde, Arbeitshunde, sehr aktive Hunde (z. B. Canicross, Jagd, Schlitten, Diensthund): Bei hoher Leistung geht es nicht um „mehr Fleisch“, sondern um Energiedichte, Verdaulichkeit, stabile Futteraufnahme und präzise Makro-/Mikronährstoffe. Das ist mit vegan grundsätzlich machbar, aber die Ernährung muss regelmäßig überprüft werden, damit sie der Leistung gerecht bleibt.
- Hunde mit komplexen Erkrankungen, bei denen therapeutische Diäten nötig sind (z. B. definierte Nährstoffprofile, bestimmte Restriktionen).
Für welche Hunde kann eine vegane Ernährung sinnvoll sein?
Es gibt aber Erkrankungen, bei denen Tierärzte bewusst auf pflanzliche oder vegetarische Proteinquellen setzen oder eine pflanzenbasierte Diät prüfen. Das betrifft zum Beispiel Hunde mit bestimmten Leberproblemen, bei denen manche Proteinquellen besser passen können als andere. Und es kann bei Verdacht auf Futtermittelreaktionen eine Rolle spielen, wenn man im Rahmen eines Diättrials eine Fütterung braucht, die wirklich klar kontrollierbar ist und bei der man nicht ständig neue tierische Proteine „mit testen“ will.
Ist vegane Ernährung bei Hunden Tierquälerei?
Hunde sind „Karnivoren“, also Fleischfresser. Ist dann nicht eine vegane Ernährung vollkommen kontraproduktiv? Wichtig ist hier die Einordnung: Hunde sind keine obligaten Fleischfresser wie Katzen. Sie können Stärke verdauen und pflanzliche Bestandteile verwerten. Entscheidend ist deshalb nicht, ob „Fleisch drin ist“, sondern ob der Hund über die Fütterung langfristig vollständig mit allem versorgt wird, was er braucht.
Tierquälerei wäre eine vegane Ernährung nur dann, wenn der Hund am Ende unterversorgt ist. Also wenn eine vegane Fütterung nicht als bedarfsdeckende Ration geplant ist, sondern als Idee. Genau deshalb ist bei veganer Hundeernährung die Rezeptur wichtiger als das Label.
Wenn du vegan füttern willst, sind grundsätzlich diese drei Punkte nicht verhandelbar:
- Alleinfutter statt Ergänzungsfutter. Das Futter muss den Bedarf abdecken, nicht nur „nett zusammengesetzt“ sein.
- Kritische Nährstoffe müssen sicher abgedeckt sein. Je nach Rezeptur betrifft das vor allem bestimmte Aminosäuren sowie ausgewählte Vitamine und Mineralstoffe.
- Der Hund muss es dauerhaft gut vertragen. Nicht als Bauchgefühl, sondern sichtbar im Alltag: Gewicht, Kot, Fell, Energielevel im Blick haben.
Das heißt nicht, dass vegane Ernährung automatisch „richtig“ ist. Und es heißt auch nicht, dass Fleisch automatisch „besser“ ist. Es heißt nur: Bei Hunden entscheidet am Ende nicht das Weltbild, sondern die Versorgung.
Ökologische Vorteile einer veganen Hundeernährung
Viele, die vegan füttern, tun das außerdem nicht aus einem Trend heraus. Sondern aus zwei sehr konkreten Gründen: Gesundheit und Ökologie. Medizinisch wird eine pflanzenbasierte Fütterung in einzelnen Fällen überhaupt erst geprüft, wenn man im Rahmen einer Futtermittelunverträglichkeit beim Hund sehr kontrolliert füttern muss. Gleichzeitig ist die Umweltbilanz ein häufiger Treiber. Viele füttern auch deshalb vegan, weil sie den CO₂-Fußabdruck von Fleisch aus Massentierhaltung nicht mittragen wollen. Und ja: Wenn Fleisch, dann soll es für uns wenigstens aus Deutschland oder der EU kommen. Genau deshalb findest du bei Willi Wiggle auch keine Billigware aus anonymer Herkunft, sondern reine Fleischleckerlis aus Deutschland:
- Reine Fleischleckerlis aus Deutschland/EU, zertifizierte Betriebe
- Zuckerfrei, getreide- & glutenfrei
- Für jeden Hund das Passende dabei
So bleiben wir unserem Grundgedanken treu: Bewusst, fair und mit Blick aufs Tierwohl.