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Kork ist nachhaltig und umweltfreundlich

Warum ist Kork nachhaltig und umweltfreundlich?

Kork ist eines der wenigen Materialien, bei denen du guten Gewissens sagen kannst: Das tut mir gut und der Umwelt auch. Denn die Bäume brauchen wenig Wasser, schützen und pflegen die Landschaft und Biodiversität, werden über 100 Jahre alt und binden CO₂. Außerdem kann Kork vollständig verarbeitet werden. Selbst der Korkstaub wird noch zu Dämmplatten verpresst.

​In diesem Text erfährst du daher, warum Kork als Rohstoff so nachhaltig ist, wie er produziert und recycelt wird und weshalb er vielen konventionellen Materialien in Sachen Umweltbilanz klar überlegen ist.

Kork ist ein nachwachsender Rohstoff

Kork wird aus der Rinde der Korkeiche (Quercus suber) gewonnen. Dafür wird der Baum aber nicht gefällt, sondern die Rinde wird abgeschält. Geschält wird während der Wachstumsphase in Handarbeit mit Spezialäxten. Ohne jedoch das Kambium, die Wachstumsschicht, zu verletzen. Danach regeneriert der Baum wieder und bildet mit den Jahren eine neue, dicke Korkrinde. Nach 9 bis 12 Jahren ist auch diese wieder erntereif. Dieser Zyklus kann über 150 bis 200 Jahre lang gehen.

Zum ersten Mal geschält werden kann eine Korkeiche rund 25 Jahre nach ihrer Pflanzung. Dieser „Jungfernkork“ (erste Schälung) eignet sich besonders gut für Dämm- und Plattenware. Ab der 3. Schälung („amadia“), nach 40 bis 45 Jahren, ist die Rinde glatt und homogen genug, um sie in sehr dünne Blätter (typisch 0,3 bis 0,4 mm) zu schneiden und beispielsweise zu reißfesten Korkriemen für Hundeleinen zu verarbeiten. 

Kork hat eine sehr gute Klimabilanz

Die Klimabilanz von Kork ist vor allem deshalb so gut, da die immergrünen Korkeichen ein natürlicher CO₂ Speicher sind. Allein die großen Korkeichenwälder Portugals binden jährlich rund 4,8 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid. Weltweit sind es sogar bis zu 14 Millionen Tonnen.

Und da für die Korkproduktion die Bäume nicht gefällt, sondern nur geschält werden, bleibt der natürliche CO₂-Speicher weiterhin intakt.

Die Korkrinde selbst besteht übrigens zu einem großen Teil aus Kohlenstoff, den der Baum zuvor aus CO₂ aufgebaut hat. In Ökobilanzen wird dieser biogene Kohlenstoff als „CO₂-Speicher“ abgebildet, solange das Material im Produkt gebunden bleibt. Mit anderen Worten: Solange Kork nur weiterverarbeitet wird, durch pressen, trocknen, schneiden etc., bleibt das CO₂ gespeichert. Erst das Verbrennen der Rinde würde das Kohlenstoffdioxid wieder freisetzen. 

Kork schützt die Biodiversität

Korkeichenwälder prägen seit Jahrhunderten ganze Regionen im westlichen Mittelmeerraum, vor allem in Portugal und Spanien. Viele Korkeichenflächen sind Teil traditioneller Agroforstsysteme: Montado (Portugal) und Dehesa (Spanien). Diese Landschaften sind aber keine Plantagen und Monokulturen, sondern strukturreiche Kulturlandschaften, in denen Bäume, Sträucher, Gräser und offene Flächen nebeneinander existieren. Dadurch entstehen unterschiedliche Habitate und Lebensräume mit:

  • Verschiedenen Höhenstufen (Bäume, Sträucher, Bodenvegetation)
  • Unterschiedlichen Licht- und Schattenzonen
  • Trockenen und etwas feuchteren Mikrostandorten

Kein Wunder, dass Korkeichenwälder zu den artenreichsten Lebensräumen Europas gehören. Die offene, strukturreiche Landschaft ist sogar Lebensraum für teils bedrohte Arten:

  • In der Krautschicht wachsen je nach Region mehrere Dutzend Pflanzenarten pro Hektar. Darunter mediterrane Wildkräuter, Orchideenarten, Rosmarin und Thymian und artenreiche Grasgesellschaften.
  • Korkeichenlandschaften sind Lebensraum vieler Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer.
  • Die Mischung aus Bäumen und offenen Flächen ist perfekt für Greifvögel. In den Regionen der Korkeichenwälder leben unter anderem der Spanische Kaiseradler, der Gänsegeier und verschiedene Bussard- und Falkenarten. Aber auch viele Singvögel, die in den alten Bäumen brüten.
  • Der steinige und warme Boden der Freiflächen bietet Eidechsen, Geckos und Landschildkröten optimale Lebensbedingungen. Gleichzeitig finden Kleinsäuger wie Mäuse hier ideale Rückzugsräume, die wiederum die Nahrungsquelle für die größeren Beutegreifer sind.
  • In Teilen der iberischen Halbinsel sind die Korkeichenlandschaften außerdem wichtige Rückzugsorte für stark bedrohte Tierarten wie den iberischen Luchs.
  • Korkeichenwälder werden in der EU als eigener Lebensraumtyp geführt (Quercus-suber-Wälder/FFH-9330).

Korkeichen schützen die Landschaft

Im Mittelmeerraum ist Bodenerosion eines den größten landschaftlichen Problemen. Lange Trockenphasen werden von Starkregen unterbrochen. Trifft dieser Regen auf ungeschützte oder verdichtete Böden, wird der Oberboden abgeschwemmt. Korkeichen verhindern das:

  • Die tiefen Wurzeln der Bäume halten den Boden fest und verhindern, dass Erdschichten bei Starkregen ins Rutschen geraten.
  • Gleiches gilt für die dichte Gras- und Strauchschicht unter den Bäumen.
  • Herabfallende Blätter oder Teile der Borke verbessern mit den anderen Pflanzen die Bodenstruktur, erhöhen den Humusanteil und steigern so die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens.
  • Starkregen trifft durch Unterwuchs nicht ungehindert auf den Boden. Das Wasser hat mehr Zeit zu versickern.

Deshalb gelten Korkeichenlandschaften auch als erosionshemmende Landnutzungsform, die Böden langfristig und nachhaltig schützen.

Der Korkanbau hat aber noch weitere Vorteile:

  • Weniger Wüstenbildung. EU-Analysen stufen gepflegte Montado/Dehesa als sinnvollen Hebel gegen Desertifikation ein, weil der Baumbestand, das Dauergrünland und der Agroforst die Bodendegradation bremsen.
  • Die dicke Korkrinde ist schwer entflammbar. Dazu kommt, dass Korkeichen nach Bränden epikormisch wieder austreiben. Epikormisch heißt: aus schlafenden Knospen am Stamm oder an Ästen austreibend, nicht aus Wurzeln oder Stock.
    Also epikormische Triebe = neue Sprosse, die nach Stress (z. B. Feuer, starker Rückschnitt, Lichtänderung) aus der Rindenzone vom Stamm herauswachsen.

Korkeichen brauchen wenig Wasser

Korkeichen sind an das Klima des Mittelmeerraums angepasst: lange Trockenperioden, unregelmäßige Niederschläge und heiße Sommer. Das liegt an:

  • Ihrem tief reichendem Wurzelsystem.
  • Den immergrünen, ledrigen Blättern(sogenannte sklerophylle Blätter), die die Verdunstung reduzieren.
  • Der dicken Korkrinde, die den Stamm vor dem Austrocknen schützt.

In alten Beständen ist daher keine künstliche Bewässerung notwendig. Im Gegensatz dazu braucht Baumwolle in bewässerten Plantagen im Durchschnitt 6.000.000 bis 8.000.000 Liter Wasser pro Hektar pro Saison (6 bis 8 Megaliter). Und zusätzlich etwa 1.200 bis 1.560 Liter pro kg geerntete Baumwollfaser.

Kork kann ressourcenschonend und mit wenig Abfall produziert werden

Die Korkindustrie arbeitet kreislauforientiert: die Korkrinde wird nach Qualität sortiert und möglichst vollständig weiterverwendet. Aus den dicksten, gleichmäßigsten und stabilsten Rindenstücken werden beispielsweise Naturkorken für Weinflaschen gemacht.

Rindenstücke, die nicht dick genug für Naturkorken, aber gleichmäßig gewachsen sind, werden zu Korkriemen verarbeitet, wie sie für Hundeleinen und Halsbänder verwendet werden.

Und alles, was dafür nicht geeignet ist, wird zerkleinert und als Granulat weiterverarbeitet. Zum Beispiel zu Presskork, Dämmplatten oder elastischen Bodenbelägen. Sogar sehr feine Nebenprodukte wie Schleifstaub werden in vielen Betrieben mit verpresst.

Kork ist recycelbar und biologisch abbaubar

Unbehandelter Naturkork ist biologisch abbaubar, weil er vollständig aus pflanzlichem Gewebe besteht. Unter geeigneten Bedingungen zersetzt er sich ohne toxische Rückstände. Das unterscheidet Kork klar von vielen synthetischen Alternativen, die dauerhaft in der Umwelt verbleiben oder nur unter industriellen Spezialbedingungen abgebaut werden können.

Außerdem kann unbeschichteter, alter Naturkork weiterverarbeitet werden. Deswegen gibt es in vielen Städten und Gemeinden auch zentrale Sammelstellen für Korkpodukte. Problematisch wird das Recycling nur dann, wenn Kork mit Kunststoffen, Klebstoffen oder Beschichtungen fest verbunden ist.

Kork und Korkeichen müssen nachhaltig geschützt werden

Aber auch Kork und die Korkeichen sind bedroht. Vor allem die immer länger dauernden Hitzeperioden und Dürren machen den Bäumen zu schaffen. Das beeinträchtig vor allem die Regenerationsphase und Zuwachsrate der Borke. So haben in Portugal zwischen 2022 und 2023 beispielsweise rund 59 % der Bestände kaum eine natürliche Regeneration gezeigt. Dazu kommt ein großes Korkeichensterben. In mehreren Regionen war die Baumdichte zwischen 2005 und 2020 um bis zu 28 % gesunken.

Und doch bleibt Kork ein nachhaltiger Rohstoff:

  • Denn die Nachhaltigkeit bezieht sich auf die Produktion und Nutzung.
  • Sie beginnt bei der Ernte, bei der der Baum nicht gefällt wird.
  • So wird das gebundene CO₂ nicht freigesetzt.
  • Die Produktion ist nahezu abfallfrei: Restkork wird zu Granulat, Dämmstoffen oder anderen Produkten weiterverarbeitet.
  • Gleiches gilt für Korkstaub.
  • In manchen Betrieben wird der Staub außerdem auch noch zur Energiegewinnung verwendet.
  • Naturkork ist recycelbar und in unbehandelter Form biologisch abbaubar, wodurch im Lebenszyklus deutlich weniger problematische Rückstände entstehen als bei vielen synthetischen Alternativen.
  • Im Vergleich zu vielen anderen Materialien (z.B. erdölbasierte Kunststoffe, Baumwolle) sind die Emissionen und Umweltbelastungen von Kork deutlich geringer.

Die Bedrohung der Korkeichenwälder spricht nicht gegen Kork als nachhaltiges Material. Sie zeigt vielmehr, dass Schutz, Anpassung und gutes Management notwendig sind, damit dieses nachhaltige System erhalten bleibt.

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