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Kork vs. rPET

Kork vs. Recycled PET: Was ist ökologisch besser?

Recyceltes PET gilt heute als eine der nachhaltigsten Alternativen im Bereich Hundezubehör. Wer eine Hundeleine oder ein Halsband aus rPET kauft, hat das Gefühl, Plastikmüll sinnvoll weiterzuverwenden. Das stimmt aber nur teilweise. Dieser Artikel vergleicht deshalb einmal Kork und rPET auf Basis von Ökobilanzdaten, Studien zur Mikroplastikfreisetzung und dem, was nach der Nutzung wirklich mit dem Material passiert, konkret für Hundeleinen und Halsbänder.

Kork vs. Recycled PET: Was ist recyceltes PET?

rPET steht für Recycled Polyethylenterephthalat. Es ist kein neues Material, sondern aufbereitetes PET, also ein Kunststoff, der bereits einmal produziert, verwendet und gesammelt wurde. PET selbst wird aus Terephthalsäure und Ethylenglykol hergestellt. Beide Stoffe stammen aus der petrochemischen Industrie, also aus Erdöl. rPET ist damit kein Naturmaterial und kein nachwachsender Rohstoff, sondern ein Kunststoff mit fossiler Herkunft, dem durch Recycling ein zweites oder drittes Leben gegeben wird.

Am häufigsten wird rPET aus Getränkeflaschen gewonnen, weil PET-Flaschen europaweit vergleichsweise gut gesammelt werden. In Deutschland wurden 2023 laut einer GVM-Studie 97,6 Prozent der PET-Getränkeflaschen recycelt. EU-weit liegt die Quote laut Zero Waste Europe bei rund 50 Prozent. Am Ende des ganzen Prozesses entstehen neue Flaschen, aber auch Fasern für Textilien, Gurtbänder und Produkte wie eine recycelte PET Hundeleine oder ein rPET Halsband Hund.

Was wird aus rPET für Hunde hergestellt?

Aus rPET-Granulat und rPET-Fasern werden diverse Hundeprodukte hergestellt. Darunter etwa:

  • Hundeleinen aus geflochtenen oder gewebten rPET-Gurtbändern, die direkt aus Polyesterfasern recycelter Flaschen gesponnen werden.
  • Halsbänder aus rPET-Gurtband, teils mit Klettverschluss oder Metallschnallen kombiniert.
  • Hundebetten und Hundekissen, deren Füllung und Bezug aus rPET-Fasern bestehen.
  • Spielzeug und Stofftiere für Hunde, gefüllt mit rPET-Faserfüllung.
  • Leckerlibeutel und Zubehörtaschen aus rPET-Gewebe.

All diese Produkte haben gemeinsam, dass das Gurtband, der Bezugsstoff oder die Füllung aus Polyesterfasern besteht, die aus geschmolzenen und neu gesponnenen PET-Flaschen stammen. Das bedeutet, dass an jedem dieser Produkte synthetische Kunststofffasern direkt am Fell, an der Haut oder im Maul des Tieres liegen. Wie und ob das gesund ist, klären wir später im Text.

Wie wird rPET hergestellt?

Die Herstellung von rPET läuft in mehreren Schritten ab:

  • Gebrauchte PET-Flaschen werden gesammelt, sortiert und zu sogenannten Flakes zerkleinert.
  • Diese Flakes werden gewaschen, getrocknet, aufgeschmolzen und zu neuem Granulat extrudiert.

Bei der Verarbeitung zu Textilfasern für Gurte und Leinen kommen weitere Prozessschritte hinzu:

  • Die Faser wird gesponnen, verwebt oder geflochten, dann gefärbt und ausgerüstet.

Jeder dieser Schritte verbraucht Energie und Wasser. So entstehen beispielsweise beim Waschen der Flakes Abwässer, die wieder aufbereitet werden müssen. Und bei den Nassprozessen der Textilverarbeitung sind die Verbräuche sogar vergleichbar mit der Verarbeitung von neuem Polyester.

So liegt der Wasserverbrauch für Polyesterfasern aus rPET bei realen Prozessverbräuchen inklusive Spinnen, Färben und Ausrüsten bei rund 100 bis 200 Litern pro Kilogramm Faser.

Für eine recycelte PET Hundeleine mit 100 bis 200 Gramm Gurtmaterial ergibt sich daraus ein überschlägiger Wasserverbrauch von 10 bis 40 Litern allein für das Fasermaterial, je nach Fabrik, Technologie und Färbung.

Was Kork besser macht

Die Verarbeitung von Kork ist vergleichsweise einfach: Die Rinde wird geerntet, gereinigt, gekocht, getrocknet und anschließend zu Blöcken, Platten oder Granulat verarbeitet. Keine petrochemische Rohstoffproduktion, kein Aufschmelzen von Polymerketten, keine synthetische Faserproduktion. Der Energie- und Wasserverbrauch liegt deutlich unter dem von Kunststoffproduktion und Recycling, weil keine der energieintensiven Vorproduktionsstufen anfällt, die bei rPET nötig sind.

Kork vs. rPET: Ökobilanz im Vergleich

rPET spart im Vergleich zu Neu-PET erheblich CO₂. Laut einer Studie von ALPLA und dem PET Recycling Team Wöllersdorf verursacht rPET je nach Produktionsjahr und Strommix zwischen 0,21 und 0,45 kg CO₂-Äquivalent pro Kilogramm Material. Neu-PET kommt auf 2,15 kg CO₂-Äquivalent pro Kilogramm, das entspricht einer Einsparung von bis zu 79 Prozent. Das ist ein deutlicher Vorteil gegenüber Neuplastik, der aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass selbst 0,21 kg CO₂ pro Kilogramm immer noch eine positive Emissionsbilanz ist. rPET bleibt eine Emissionsquelle, keine CO₂-Senke.

Kork hingegen ist laut einer Lebenszyklusanalyse von PwC Portugal das einzige Material mit negativer CO₂-Bilanz im direkten Vergleich mit Kunststoff und Aluminium. Die Produktion von 1 kg Naturkork verursacht rund 1,6 kg CO₂-Emissionen, gleichzeitig bindet derselbe Kork rund 2 kg CO₂. Das ergibt eine Nettobilanz von minus 0,4 kg CO₂ pro Kilogramm Kork, bezogen auf Korkverschlüsse als Untersuchungsgegenstand. Wichtig dabei: Diese Bilanz gilt für Naturkork allgemein und spiegelt das CO₂-Speicherpotenzial der Korkeiche wider, das unabhängig davon besteht, ob der Kork zu einem Verschluss oder zu einem Korkstoff für eine Hundeleine verarbeitet wird. Nach der Schälung bindet die Korkeiche zudem 3 bis 5 Mal mehr CO₂, um die Rinde neu aufzubauen, als vor der Ernte.

rPET emittiert 0,45 kg CO₂ pro Kilogramm. Kork erzielt minus 0,4 kg CO₂ pro Kilogramm. Das sind keine ähnlichen Größenordnungen, das sind zwei grundsätzlich entgegengesetzte Klimawirkungen.

Kork vs. Recycled PET: Mikroplastik aus rPET Hundeleinen und Halsbändern

Plastik zerfällt in der Umwelt nicht vollständig. Es bricht in immer kleinere Teile auf. So werden aus den größeren Stücken Mikroplastik- und Nanoplastikpartikel. Diese gelangen über Abwasser, Abrieb und unsachgemäße Entsorgung in Gewässer. Dort lagern sich Schadstoffe an, die wiederum von Tieren aufgenommen werden, ohne abgebaut zu werden. So fand Greenpeace Schweiz in 14 von 15 untersuchten Wildtierproben Mikroplastik. Dabei waren es stellenweise bis zu zehn verschiedene Plastiktypen pro Tier.

Was viele beim Kauf einer recyceltes PET Hundeleine oder eines rPET Hundehalsbands nicht bedenken: rPET-Produkte sind nicht nur aufgewerteter Plastikmüll. Sie sind gleichzeitig eine neue, dauerhafte Mikroplastikquelle im direkten Umfeld des Tieres.

Mikroplastik beim Waschen

Studien zur Mikroplastikfreisetzung aus Textilien zeigen, dass das Waschen synthetischer Stoffe für rund 34,8 Prozent der primären Mikroplastikpartikel verantwortlich ist, die ins Meer gelangen. Die gemessene Faserfreisetzung beim Waschen von Polyesterstoffen liegt bei 800.000 bis fast 2 Millionen Fasern pro Kilogramm Stoff und Waschgang. Bei schlechter verarbeiteten Stoffen sind es sogar bis zu 330 Millionen Partikel pro Kilogramm und Waschgang.

Mikroplastik durch Abrieb

Hundeleinen und Halsbänder werden nicht nur gewaschen. Sie reiben täglich über Asphalt, Erde und Kies und an Metallringen und Karabinern. Dabei lösen sich Fasern und Partikel, die auf den Wegen, im Boden und in Pfützen landen. Dazu kommt, dass Hunde gerne an der Leine kauen. Eine recycelte PET Hundeleine oder ein rPET Halsband Hund ist über die gesamte Nutzungsdauer eine kontinuierliche Mikroplastikquelle im unmittelbaren Umfeld des Tieres. So fand eine US-amerikanische Studie in den Hoden von 47 untersuchten Hunden ausnahmslos Mikroplastikpartikel. In keiner einzigen Probe war das Gewebe plastikfrei.

Was Kork besser macht

Kork ist ein Naturmaterial, das sich biologisch abbauen lässt. Abriebpartikel verhalten sich wie andere pflanzliche Partikel, sie werden mikrobiell zersetzt und bilden keine dauerhaften Kunststoffpolymerketten in der Umwelt. Eine Kork Hundeleine plastikfrei setzt beim Reinigen mit einem feuchten Tuch und im täglichen Gebrauch keinen synthetischen Faserabrieb frei.

Ist rPET hautverträglich für Hunde?

rPET-Produkte für Hunde bestehen, wie im Abschnitt zur Herstellung beschrieben, aus gesponnenen Polyesterfasern, die direkt am Fell und auf der Haut des Tieres liegen. Das gilt für das Gurtband einer recycelten PET Hundeleine ebenso wie für den Innenstoff eines rPET Halsband Hund. Diese Fasern stammen aus recycelten Kunststoffen, die im Ausgangsmaterial Additive, Farbstoffe und Rückstände aus Vorverwendungen enthalten können, die beim Recycling nicht vollständig entfernt werden. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass recycelte Kunststoffe ein grundsätzliches Schadstoffrisiko darstellen können, insbesondere bei Materialien aus gemischten Sammelströmen. Dazu kommen synthetische Färbemittel, die bei Nässe aus dem Gurtband austreten und auf die Haut des Tieres übergehen können. rPET ist außerdem kaum atmungsaktiv und fördert bei Wärme Hitzestau unter dem Halsband.

Was Kork besser macht

Kork enthält von Natur aus keine Weichmacher und keine halogenierten Flammschutzmittel. Die Oberfläche ist leicht elastisch, temperaturausgleichend und schmiegt sich weich ans Fell. Für Hunde mit sensibler Haut kann eine Kork Hundeleine plastikfrei in Kombination mit einem Kork Halsband die deutlich reizärmere Wahl sein, weil keine synthetischen Bestandteile dauerhaft mit Fell und Haut in Kontakt kommen.

Kork vs. rPET: Kann rPET recycelt werden, oder landet es in der Verbrennung?

Rein technisch sind viele Kunststoffe recycelbar. Praktisch scheitert das Recycling häufig an Sortierung, Verschmutzung und Materialmix. Unterschiedliche Kunststoffarten, Farbstoffe und Additive müssen getrennt werden, das ist aufwendig und teuer, weshalb ein Großteil der Textilien nicht hochwertig recycelt, sondern downgecycelt oder verbrannt wird. So auch rPET. Eine recycelte PET Hundeleine oder ein rPET Halsband Hund lässt sich in der Praxis nicht erneut recyceln. Gurtbänder aus Mischgeweben, Metallbeschläge und Nähte machen das technisch nahezu unmöglich. Der typische Entsorgungsweg ist der Restmüll und anschließend die Verbrennung, wodurch wieder fossiles CO₂ in die Atmosphäre gelangt.

Was Kork besser macht

Kork verursacht insgesamt weniger problematischen Abfall. Produktionsreste wie Granulat oder Staub können wieder in Korkprodukte integriert oder als Dämm- und Füllmaterial verwendet werden. Naturkork ist biologisch abbaubar und kann über Sammelaktionen stofflich recycelt werden. So bleibt er im Kreislauf und landet nicht als Mikroplastik in Gewässern.

Kork vs. Recycled PET: Wann ist welches Material die bessere Wahl?

rPET ist besser als Neuplastik. Es spart bis zu 79 Prozent CO₂ gegenüber Neu-PET und nutzt vorhandenes Material weiter, statt es direkt zu entsorgen. Doch der Vorteil darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass rPET ein fossiler Kunststoff bleibt, mit positiver CO₂-Bilanz, kontinuierlicher Mikroplastikfreisetzung beim Waschen und im Abrieb, und einem Lebensende, das in der Praxis fast immer in der Verbrennung endet.

Kork speichert mehr CO₂, als seine Verarbeitung verursacht, erzeugt keinen synthetischen Faserabrieb, lässt sich biologisch abbauen und bleibt als Material vollständig unabhängig von fossilen Rohstoffen.

Eine plastikfreie Kork Hundeleine ist die richtige Wahl, wenn:

  • Du Mikroplastik im Alltag und im direkten Umfeld deines Hundes konsequent vermeiden willst.
  • Dir eine klimapositive Materialbasis wichtig ist, nicht nur eine emissionsärmere Kunststoffvariante.
  • Dein Hund empfindliche Haut hat und du genau weißt, was dauerhaft an ihm liegt.
  • Du ein Produkt suchst, das am Ende seines Lebens kein dauerhafter Plastikrest in der Umwelt wird.

Wenn das alles auf dich zutrifft, dann stöbere einmal in unserem Shop und such dir ein schönes Hundekissen oder eine schöne Leine für deinen Hund aus.

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