Bei Willi Wiggle dreht sich alles um Nachhaltigkeit und nachhaltig leben mit Hund. Deswegen achten wir bei unseren Produkten auch auf Materialien, die sich gut anfühlen, gut aussehen und sich gut mit dem Gewissen vereinbaren lassen. Darum setzen wir bei Halsbändern, Leinen und Accessoires auf Kork statt auf Plastik: Kork ist vegan, nachwachsend, robust und wasserabweisend, während Plastik vor allem eines ist: Ein Problem für Klima, Umwelt und am Ende auch für uns Menschen und unsere Tiere. In diesem Beitrag schauen wir uns an, warum Plastik als Material Kork klar unterlegen ist und weshalb Kork für nachhaltiges Hundezubehör die bessere Wahl ist.
Kork vs. Plastik: Plastik verursacht hohe CO₂-Emissionen
Plastik wird fast immer aus Erdöl oder Erdgas hergestellt. Das heißt, bevor das Endprodukt überhaupt fertig ist, wurden schon enorme Mengen Treibhausgase produziert. Studien zur Kunststoffwirtschaft zeigen, dass Kunststoffe weltweit für rund 3 bis 4 % der gesamten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. Das entspricht in etwa dem gesamten globalen Flugverkehr.
Was Kork besser macht?
Kork stammt aus der nachwachsenden Rinde der Korkeiche. Die Bäume nehmen beim Wachsen CO₂ aus der Atmosphäre auf und speichern es langfristig im Holz und in der Rinde. Wird die Rinde geerntet, wächst sie nach und bindet erneut CO₂. So kann Kork unterm Strich mehr CO₂ aus der Luft ziehen, als seine Verarbeitung wieder ausstößt.
Plastik braucht viel Energie und Wasser
Plastikstoffe gibt es nicht als fertiges Produkt, wie etwa Kork. Plastik muss hergestellt werden. Aus Rohöl oder Erdgas werden zunächst Grundchemikalien gewonnen, daraus Monomere und schließlich Polymere hergestellt. Diese werden dann wiederum zu Granulat oder den jeweiligen Endprodukten verarbeitet. Jeder Schritt braucht Energie, meist zusätzliche Chemikalien und vor allem Wasser.
Typischer Wasserverbrauch bei der Plastikproduktion
Der Wasserverbrauch bei der Herstellung von fossilbasiertem Kunststoff (aus Erdöl/Erdgas) hängt stark davon ab, welcher Kunststoff gemeint ist und ob man nur „direkten Prozesswasserverbrauch“ oder den „Wasserfußabdruck“ inkl. Verdünnung/Abwasser („grey water“) betrachtet. Für gängige Materialien gilt aber:
- Polyester: Etwa 100 bis 200 Liter Wasser pro kg Faser, wenn man reale Prozessverbräuche und Nassprozesse (Spinnen, Färben, Ausrüsten) zusammen betrachtet.
- Polyamid/Nylon (häufig für Gurte, Seile): Für Nylon‑6 liegt der Frischwasserverbrauch im Bereich von wenigen 0,01 m³ pro kg (also grob 10 bis 30 Liter/kg direktes Frischwasser). Bei textiler Verarbeitung kommen aber, ähnlich wie bei Polyester, noch mal einige Dutzend Liter/kg für Färben/Finish dazu.
Was heißt das umgerechnet für eine Hundeleine?
Eine normale Leine wiegt oft nur 100 bis 200 g Gurtmaterial:
Polyester/Nylon: 0,1 bis 0,2 kg × (grob) 100 bis 200 L/kg = 10 bis 40 Liter Wasser pro Leine in modernen, relativ effizienten Produktionsprozessen.
Das sind natürlich nur grobe Orientierungswerte, die je nach Fabrik, Land, Technologie, Recyclinganteil und Färbung stark schwanken können.
Was Kork besser macht?
Die Verarbeitung von Kork ist vergleichsweise einfach: Die Rinde wird geerntet, gereinigt, gekocht, getrocknet und anschließend zu Blöcken, Platten oder Granulat verarbeitet. Die Branche setzt bereits zu einem großen Teil auf erneuerbare Energien, der Energie- und Wasserverbrauch ist deutlich niedriger als bei Kunststoff. Insbesondere, weil keine petrochemische Rohstoffproduktion nötig ist.
Plastik belastet Gewässer und Ökosysteme
Plastik zerfällt in der Umwelt nicht vollständig, sondern „zerbricht“ langsam in kleinere Teile: Aus größeren Stücken werden Mikroplastik- und Nanoplastik-Partikel. Diese gelangen über Abwasser, Abrieb, unsachgemäße Entsorgung oder Deponieleckagen in Flüsse, Seen und Meere. Dort können sie Licht- und Sauerstoffaustausch beeinträchtigen, Schadstoffe anlagern und von Tieren (Fischen, Krebsen, Kleinstlebewesen) aufgenommen werden, ohne abgebaut zu werden.
Inzwischen findet man immer mehr Fische, Muscheln und Kleinstlebewesen, mit Mikroplastik im Magen-Darm-Trakt. Je nach Art und Gewässer sind 20 bis 60 % der Tiere betroffen. In stark belasteten Gebieten sogar noch mehr. Besonders filtrierende Organismen wie Muscheln nehmen oft Hunderte Partikel pro Individuum auf. Die größten Partikel werden zwar mit der Zeit wieder ausgeschieden, doch sehr kleine Mikro- und Nanoplastikteilchen können die Darmwand passieren, in Gewebe und Organe wie Leber, Kiemen oder Gehirn gelangen und sich dort anreichern.
Was Kork besser macht?
Kork ist ein Naturmaterial, das sich biologisch abbauen lässt. Wird er gesammelt, kann er stofflich recycelt werden, etwa zu Dämmplatten, Bodenbelägen oder Granulaten. So bleibt er im Kreislauf und landet nicht als Mikroplastik in Gewässern.
Plastik verursacht langfristig problematischen Abfall
Bei Kunststoffen entsteht Abfall in mehreren Phasen:
- In der Produktion (Ausschuss, Verschnitt)
- Bei der Verwendung (kurzlebige Produkte und Verpackungen)
- Nach dem Gebrauch (Entsorgung, oft nach sehr kurzer Einsatzzeit)
Lebenszyklusanalysen zeigen, dass Schraubverschlüsse und Kunststoffstopfen bei der Menge fester Abfälle deutlich vor Korkverschlüssen liegen. Die Kunststoffreste sind deswegen so problematisch, weil sie kaum biologisch abbaubar sind und sich über lange Zeiträume in Böden, Gewässern und Deponien ansammeln.
Was Kork besser macht?
Kork verursacht insgesamt weniger problematischen Abfall. Produktionsreste wie Granulat oder Staub können wieder in Korkprodukte integriert oder als Dämm- und Füllmaterial verwendet werden. Naturkorken sind biologisch abbaubar und können über Sammelaktionen stofflich recycelt werden.
Kork vs. Plastik: Plastik-Recycling stößt an Grenzen
Rein technisch sind viele Kunststoffe recycelbar. Praktisch scheitert das aber häufig an Sortierung, Verschmutzung und Materialmix. Unterschiedliche Kunststoffarten, Farbstoffe und Additive müssen getrennt werden. Das ist aufwendig und teuer. Deshalb wird ein großer Teil der gesammelten Kunststoffe nicht zu gleichwertigen neuen, sondern zu minderwertigen Produkten (Downcycling) verarbeitet. Oder direkt verbrannt.
Was Kork besser macht?
Naturkorken und unbehandelter Korkstoff kann vergleichsweise einfach stofflich recycelt werden.
Korkeichenwälder statt fossiler Rohstoffe
Plastik ist an eine endliche Ressource gebunden: Erdöl und Erdgas. Die Förderung dieser Rohstoffe ist mit Umweltbelastungen, Flächenverbrauch und Emissionen verbunden und trägt nicht zur Stabilisierung natürlicher Ökosysteme bei. Die Wertschöpfung findet überwiegend in industriellen Zentren statt, selten dort, wo die Umweltbelastung besonders spürbar ist.
Kork dagegen stammt von den Korkeichen, die in traditionellen Kulturlandschaften, vor allem im Mittelmeerraum, wachsen. Die Bäume können über viele Jahrzehnte hinweg regelmäßig geschält werden, ohne gefällt zu werden. Dabei binden sie kontinuierlich CO₂. Korkeichenwälder gelten außerdem als Hotspots der Biodiversität. Denn sie bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Was Kork besser macht?
Die Nutzung von Kork unterstützt den Erhalt dieser Wälder und ersetzt Materialien, die auf endlichen fossilen Ressourcen beruhen.
Soziale Effekte: Plastik vs. Kork
Die Kunststoffindustrie ist stark zentralisiert, kapital- und energieintensiv. Wertschöpfung und Gewinne konzentrieren sich häufig auf wenige, global agierende Unternehmen, während die ökologischen Folgen (z. B. Abfall, Emissionen, Meeresmüll) weltweit auftreten. Und für ländliche Regionen entsteht aus dieser Wertschöpfungskette meist wenig direkter Nutzen.
Bei Kork ist das anders: Die nachhaltige Bewirtschaftung der Korkeichenwälder sichert Einkommen in ländlichen Regionen im Mittelmeerraum. Viele Familienbetriebe und kleine Unternehmen sind direkt an der Ernte und Verarbeitung beteiligt. Eine stabile Nachfrage nach Naturkork hilft, diese Nutzungssysteme wirtschaftlich attraktiv zu halten und alternative, oft intensivere und umweltschädlichere Landnutzungen zu vermeiden.
Was Kork besser macht?
Kork verbindet Materialeigenschaften mit positiven sozialen und regionalen Effekten, während Plastik in erster Linie Rohstoff- und Entsorgungsprobleme erzeugt.
Was bedeutet das für Willi Wiggle?
Für uns von Willi Wiggle bedeutet das: Kunststoffe sind funktional. Sie bringen aber im Bereich Klima, Ressourcenverbrauch, Wasser, Abfall und Ökosysteme deutliche Nachteile mit sich. Kork hingegen bietet als nachwachsendes, robustes und vielseitig einsetzbares Naturmaterial eine klar bessere Umweltbilanz und passt damit zu unserem Anspruch, Hundezubehör so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Deshalb setzen wir bei unseren Produkten auf Premiumkork aus Portugal. Und wir reduzieren Plastik überall dort, wo immer es sinnvoll und technisch machbar ist.



